Kontakt

Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß und Kinderchirurgie

Universitätsklinikum Würzburg

Zentrum für operative Medizin (ZOM)

Oberdürrbacher Straße 6

97080 Würzburg

 

Achalasie-Zentrum Würzburg

Leiter und Ansprechpartner:

Prof. Dr. Burkhard H. A. von Rahden

Tel.: 0931-201-31045

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Terminvergabe:

Zentrales Patientenmanagement (ZPM):

Tel.: 0931-201-39999

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Als natürlichen Verlauf der Achalasie nimmt man ein Fortschreiten in verschiedenen Stadien an. Man geht davon aus, dass die Erkrankung insbesondere ohne adäquate Behandlung fortschreitet. Allerdings scheint es hier individuelle Unterschiede zu geben.

Jedenfalls beobachtet man Patienten mit Achalasie, die eine unterschiedlich starke Aufweitung („Dilatation“) der Speiseröhre aufweisen. Man kann sich den Mechanismus dieses Fortschreitens wohl vereinfacht so vorstellen, dass die Speiseröhre vergeblich versucht, gegen den nicht öffnenden unteren Speiseröhrenschließmuskel („Ösophagussphinkter“) anzukämpfen. Da dieser nicht öffnet, kommt es zur Drucksteigerung in der Speiseröhre und zum "Stau" von Nahrungsbestandteilen.
Im Stadium I liegen noch Kontraktionen in der Speiseröhre vor („hypermotile Form"). Die Speiseröhre ist "hypermotil", d.h. "überbeweglich". Sie produziert kräftige Kontraktionen, die aber simultan stattfinden.


Im Stadium II wird die Speiseröhre zunehmend schwächer („hypomotile Form“). Die Speiseröhre ist "minderbeweglich".


Im Stadium III schließlich zeigt die Speiseröhre keine Kontraktionen mehr („amotile Form“). Die Speiseröhre hängt praktisch als "schlaffer Sack" im Brustkorb.

 

Diese Stadien repräsentieren zwar wahrscheinlich den Krankheitsverlauf bei nicht oder nicht adäquat behandelter Achalasie, allerdings sagen sie nicht zwingend etwas über die Prognose der Therapiebemühungen aus. Es gibt gute Daten und eigene Erfahrungen, die belegen, dass auch bei weit fortgeschrittener Achalasie im Stadium III der Erkrankung eine Therapie mit Myotomie (z.B. Laparoskopische Heller Myotomie oder POEM) zu einer guten Schluckfunktion führt (z.B. Sweet et al., 2008; Scott et al., 2009). In der Fachwelt besteht deshalb Einigkeit darüber, dass stets zunächst die Myotomie versucht werden sollte, bevor invasivere Maßnahmen in Betracht gezogen werden (Resektion), die nur in seltenen Fällen indiziert sind.

 

 

Literatur

Sweet et al. (2008) The outcome of laparoscopic Heller myotomy for achalasia is not influenced by the degree of esophageal dilatation. J Gastrointest Surg. 12:159-65.

Scott PD, Harold KL, Heniford BT, Jaroszewski DE (2009) Results of laparoscopic Heller myotomy for extreme megaesophagus: an alternative to esophagectomy. Surg Laparosc Endosc Percutan Tech 19:198-200.

Nicht mit der neuen HRM-basierten Klassifikation zu verwechseln

Diese Stadieneinteilung ist nicht zu verwechseln mit der neuen prognoseorientierten Klassifikation der Achalasie (Definition verschiedener "Typen" dieser Erkrankung), basierend auf der hochauflösenden Manometrie.