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Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß und Kinderchirurgie

Universitätsklinikum Würzburg

Zentrum für operative Medizin (ZOM)

Oberdürrbacher Straße 6

97080 Würzburg

 

Achalasie-Zentrum Würzburg

Leiter und Ansprechpartner:

Prof. Dr. Burkhard H. A. von Rahden

Tel.: 0931-201-31045

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Terminvergabe:

Zentrales Patientenmanagement (ZPM):

Tel.: 0931-201-39999

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Myotomie nach Heller (Prinzip)

Das aktuell erfolgreichste Prinzip zur Achalasie-Behandlung gibt es seit über 100 Jahren

Das aktuell beste Behandlungsprinzip zur Therapie der Achalasie ist die Myotomie (= Muskelspaltung) der erkrankten Muskulatur am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen. Dieses Operationsprinzip führt - in erfahrener Hand - zu einer sehr guten Symptomkontrolle, d.h. Aufhebung der Dysphagie (Schluckbeschwerden) in über 90% der Fälle, und einem langfristigen Therapieerfolg.

 

Von Ernst Heller in 1913 bis POEM in 2013

Das Prinzip der Myotomie wurde vor nunmehr über 100 Jahren von dem deutschen Chirurgen Ernst Heller entwickelt und im Jahre 1913 publiziert und bewährt sich in dieser Form bis heute. Modifikationen betrafen über die Jahre vor allem die Wahl des chirurgischen "Zugangsweges". Waren früher ein Bauchschnitt (Laparotomie) oder ein Brustkorbschnitt (Thorakotomie) erforderlich, wurden später dann die Bauchspiegelung (Laparoskopie) und Brustkorbspiegelung (Thorakoskopie) entwickelt (s. Historie der Achalasie).

Die neuste, sehr vielversprechende Entwicklung ist der rein endoskopische Zugangsweg: Bei der peroralen endoskopischen Myotomie (POEM) wird eine Heller Myotomie auf dem Wege der Speiseröhren-/ Magenspiegelung angelegt. Neben der Vermeidung des Eingriffs am Bauchraum bietet das POEM Verfahren einige weitere Vorteile (s. Vorteile und Nachteile des POEM-Verfahrens).


Ausmaß der Myotomie

Angestrebt wird stets eine Länge der Myotomie von mindestens 6cm im Bereich der Speiseröhre und 2cm im Bereich des Mageneingangs (Cardia), um eine gute Schluckfunktion zu erzielen.

Manchmal ist allerdings eine längerstreckige Myotomie wünschenswert, z.B. wenn in der Speiseröhre starke pathologische Kontraktionen/ Verkrampfungen stattfinden, die zum Symptom Brustschmerzen führen (z.B. bei der Typ III Achalasie)

Der Länge der Myotomie auf dem Wege der Laparoskopie (LHM) sind allerdings bestimmte anatomische Grenzen gesetzt. Heute kann eine längerstreckige Myotomie - erforderlichenfalls der gesamten Speiseröhre - mit dem POEM-Verfahren angelegt werden. 

 

 

Auseinanderweichen der Muskelränder ist das Ziel

Die Muskelränder weichen bei der Myotomie auseinander und die Schleimhaut liegt frei. Es ist das Ziel einer jeden Myotomie, dass der Schleimhautschlauch zu 1/3 des Umfangs der Speiseröhre freiliegt (siehe nebenstehende Abbildung). Dies ist einer der wichtigen Faktoren für die Vermeidung des Rezidivs (Wiederauftretens) der Schluckstörung durch "Wiedervereinigung" der Myotomieränder.

 

Aktuelle Zugangswege/ Verfahren für die Heller Myotomie

Für die Myotomie nach Heller stehen heute - wie bereits oben ausgeführt - zwei Zugangswege und Operationsverfahren zur Verfügung, die wir aktuell als sich ergänzende Verfahren ansehen:

Laparoskopische Heller Myotomie (LHM)

  • das bisherige Standardverfahren, Standard Operation, deren Therapieeffekt sehr gut durch die wissenschaftliche Datenlage einschließlich Langzeitergebnissen untermauert ist.

Perorale endoskopische Mytomie (POEM)

  • die neue, rein endoskopische Operation, deren wissenschaftliche Validierung aktuell läuft. Lanzeitdaten stehen bislang aus, aber die bislang vorliegenden Ergebnisse sind sehr vielversprechend. Bei bestimmten Problemen bietet das POEM-Verfahren einige Vorteile.

 

Einen direkten Vergleich nach aktuellem Kenntnisstand finden Sie in der Übersicht zum Vergleich der Therapieverfahren zur Behandlung der Achalasie.