Basierend auf der hochauflösenden Manometrie (HRM) ist eine neue Klassifikation der Achalasie etabliert worden (Pandolfino et al., 2008; Bredenoord et al., 2011).

Unterschieden werden drei verschiedene Typen der Achalasie. Diese Klassifikation ist möglicherweise bedeutend im Hinblick auf Unterschiede hinsichtlich der Prognose und damit der Anwendung verschiedener Therapieverfahren und der Verfahrenswahl.

 

Typ I – Klassische Achalasie

Bei dieser Form der Achalasie zeigt die Manometrie wenig bis keine Kontraktionen in der röhrenförmigen Speiseröhre.

Typ II – Achalasie mit panösophagealer Kompression

Bei dieser Form findet eine Druckbildung in der gesamten tubulärem Speiseöhre – zwischen oberem und unterem Speiseröhrenschließmuskel statt (senkrechtes Band).

Typ III – Achalasie mit spastischen Kontraktionen

Hier ist das Bild geprägt von spastischen Kontraktionen (Verkrampfungen) der röhrenförmigen Speiseröhre beim Schluckakt. Diese können sehr unterschiedliche Ausprägungen haben. Die Patienten leiden oft am Symptom Brustschmerzen, was aber auch bei den anderen Achalasie-Formen auftritt.

Achalasie-Variante mit erhaltener Peristaltik: “Ausflußobstruktion”

Es gibt eine weitere Variante, wie sich eine Achalasie in der hochauflösenden Manometrie (HRM) präsentieren kann. Wenn der untere Speiseröhrenschließmuskel (Achalasie-definitionsgemäß) nicht öffnet, aber (nicht der eigentlichen Achalasie-Definition entsprechend) in der Speiseröhre trotzdem eine Peristaltik (vorwärtsgerichtete Kontraktionen) zu erkennen ist, kann es sich um eine Achalasie-Variante handeln. Es kann angenommen werden, dass beispielsweise Frühformen der Achalasie sich in einer solchen Weise darstellen können.

In der neuen Chicago-Klassifikation der Ösophagusmotilitätsstörungen werden solche HRM-Befunde mit dem Begriff “Ausflußobstruktion des Ösophagogastralen Übergangs” bezeichnet. Dies bedeutet, dass am Übergang von Speiseröhre und Magen ein Ausflußhindernis besteht. Im Falle des Vorliegens einer Achalasie-Variante besteht dieses “Hindernis” im nicht öffnenden Schließmuskelapparat.

Besonders wichtig ist es aber insbesondere bei diesem Befund ein mechanisches Hindernis (z.B. Karzinom am Übergang zum Magen) auszuschließen.

Literatur

Pandolfino et al. (2008) Achalasia: a new clinically relevant classification by high-resolution manometry. Gastroenterology. 135:1526-1533

Bredenoord et al. (2012) Chicago classification criteria of esophageal motility disorders defined in high resolution esophageal pressure topography. Neurogastroenterol Motil. 24 Suppl 1:57-65.