Kontakt

Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß und Kinderchirurgie

Universitätsklinikum Würzburg

Zentrum für operative Medizin (ZOM)

Oberdürrbacher Straße 6

97080 Würzburg

 

Achalasie-Zentrum Würzburg

Leiter und Ansprechpartner:

Prof. Dr. Burkhard H. A. von Rahden

Tel.: 0931-201-31045

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Terminvergabe:

Zentrales Patientenmanagement (ZPM):

Tel.: 0931-201-39999

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Speiseröhrenkrebs bei Achalasie

Das Risiko für die Entstehung von Speiseröhrenkrebs ist bei Achalasie-Patienten erhöht

Patienten mit Achalasie haben ein erhöhtes Risiko an Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) zu erkranken. Ursächlich ist wohl die unzureichende Reinigung ("Clearance") der Speiseröhre. Somit hat die Schleimhaut dann auch verlängerten Kontakt mit Umweltgiften und Giftstoffen aus Tabakrauch und Alkohol.

Früher hat man angenommen, dass nur das sog. Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre beim Achalasie-Patienten gehäuft auftritt (Beim Nicht-Achalasie Patienten sind Rauchen und Alkohol die beiden Haupt-Risikofaktoren für diesen Tumor).

Heute weiß man - insbesondere seit den in 2011 veröffentlichten Daten aus Schweden (Zehndehel et al., 2011) - dass auch das sog. Adenokarzinom (für welches Reflux der Hauptauslöser ist) vermehrt vorkommt.

 

Wie hoch ist das Krebsrisiko bei Achalasie?

Für das Plattenepithelkarzinom wird eine Inzidenzrate (Häufigkeit des Enstehens) von etwa 1 pro 300 Patientjahre Nachbeobachtung angegeben. Hieraus ergibt sich ein Risiko (Hazard Ratio) von 28 (Leeuwenburgh et al., 2010).

Das Adenokarzinoms ist noch seltener. Hier wurde in einer Studie eine Rate von 0,6% nach knapp 9 Jahren Nachbeobachtungszeit beschrieben (Leeuwenburgh et al., 2013).

 

Welche Konsquenzen hat die erhöhte Krebsentstehung für Achalasie-Patienten?

  • Der generell (bei jedem Menschen) sinnvolle Verzicht auf das Rauchen hat möglicherweise beim Achalasie-Patienten besondere Bedeutung. Es gelangen beim Rauchen immer auch Schadstoffe in die Speiseröhre und den Magen. In der Speiseröhre haben diese beim Achalasie-Patienten mit verminderter Reinigungskraft der Speiseröhre dann verlängerten Kontakt mit der Speiseröhrenschleimhaut.
  • Es ist wichtig bei der Therapie möglichst auch die Refluxvermeidung/Refluxprävention anzustreben. Aus diesem Grunde sind aktuelle Forschungsbemühungen zur exakten Evaluation der Refluxraten insbesondere nach LHM und POEM sehr wichtig
  • Ein Screening mit Wiederholung der Endoskopie alle 3 bis 5 Jahre wird empfohlen, wir empfehlen bei Achalasie-Patienten sogar ein 1 bis 2-jähriges Intervall.

Literatur

Leeuwenburgh et al. (2010) Long-term esophageal cancer risk in patients with primary achalasia: a prospective study. Am J Gastroenterol 2010 ; 105 : 2144 – 9 .

Zendehdel et al. (2011) Risk of esophageal adenocarcinoma in achalasia patients, a retrospective cohort study in Sweden. Am J Gastroenterol. 106:57-61.

Leeuwenburgh I, Scholten P, Caljé TJ, Vaessen RJ, Tilanus HW, Hansen BE, Kuipers EJ (2013) Barrett's esophagus and esophageal adenocarcinoma are common after treatment for achalasia. Dig Dis Sci 58: 244-252.

Eckardt AJ , Eckardt VF . Editorial: Cancer surveillance in achalasia: better late than never? Am J Gastroenterol 2010 ; 105 : 2150 – 2 .